Dein Nachbar ist ein Nazi

Präzise formuliert: Dein Nachbar ist ein Neonazi. Unter diesem Motto hat die Antifa in einem Stadtteil in Deutschland Flugblätter verteilt. Die moderne Hexenjagd ist damit eröffnet!

Die Anwohner von xy werden nicht schlecht gestaunt haben: Nicht nur, dass sie von Antifa-Kolonnen überrollt werden, nein, in ihrem Briefkasten finden sie auch ein Flugblatt. Und jetzt haben sie es schwarz auf weiß:

Ihr Nachbar ist ein Nazi!

Ja, eigentlich hat man es schon immer gewußt. Der Nachbar sah irgendwie komisch aus und überhaupt: Die Hausordnung hat er auch nur widerwillig erledigt. Und wenn man so richtig darüber nachdenkt, eine Freundin hatte der auch nicht. Nur so komische Typen sind bei ihm rumgesprungen. Ja und irgendwann hat er auch mal ganz verdächtige Tüten in seine Wohnung getragen, dies ist doch kein Zustand mehr, dass man nicht mal mehr in seiner Wohnung sicher ist, mit so einem Nachbarn.

Arbeiten geht er wohl, aber bestimmt schwarz, das kennt man ja von diesem Pack. Bekommt bestimmt HartzIV und läßt sich durch die Allgemeinheit, von unseren Steuern bezahlen. Ja, ein Tatoo soll er auch haben, ein riesiges Lebkuchenmesser, wahrscheinlich war der schon mal im Knast, woher soll der es denn sonst haben.

Ganz verdächtighat er sich auch an das kleine Mädchen von nebenan rangemacht, es wurde vom Küchenfenster beobachtet. Angeblich wollte der der Kleinen Luft bei ihrem Fahrrad aufpumpen, aber diese Typen kennen wir ja, die haben vorher die Luft extra rausgelassen.

Wie man hört, soll der auch…..

Aber jetzt wird alles gut.

Man läßt sich nicht mehr von mißliebigen Nachbarn tyrannisieren, schon gar nicht von solchen, die ein größeres Auto fahren. Nun hat man ja die ANTIFA. Und ANTIFA macht alles gut.

Antifa klebt (bestimmt bald) einen Roten Stern an die Wohnungen aller Verdächtigen und verbreitet extra noch Flugblätter mit Namen und Adressen. Zudem schafft sich gleich die Justiz mit ab, da TÄTER als solchen flugblattmäßig verurteilt und namentlich veröffentlicht werden. Wenn dann 2017 die Linken gemeinsam mit der RAF die absolute Mehrheit im Bundestag haben, ja dann kann der billig und gerecht denkende Deutsche endlich wieder ruhig schlafen.

Das nachfolgende Flugblatt wurde in der dargestellten Form verteilt. Die Namen und Adressen wurden diesseits geschwärzt und auch auf eine Verlinkung wird bewußt verzichtet. Uns sind nämlich die Roten Sterne ausgegangen.

Anwohnerflugblatt der Antifa zu Nazis in Stadt

Antifaschistinnen und Antifaschisten aus Stadt informieren:

Ein Neonazi-Aktivist wohnt in Ihrer Nachbarschaft

Liebe Anwohnerinnen und Anwohner!

Zugegeben, es ist sicherlich sehr ungewöhnlich, wenn auf einmal 40 Menschen in Ihrem Wohnviertel auftauchen und per Lautsprecher und Flugblätter über die Machenschaften eines ihrer Nachbarn informieren. Aber auch unser Anliegen ist sehr ungewöhnlich und der Anlass hierfür alles andere als harmlos. Und so haben wir uns eben für eine besonders ausgefallene Aktionsform entschieden. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns kurze Zeit Gehör schenken würden. Wir werden auch nicht lange bleiben.

Wer sind wir?

Zunächst einmal möchten wir uns vorstellen: Wir sind Menschen aus verschiedenen antifaschistischen Zusammenhängen aus Düsseldorf und dem Umland, viele von uns sind seit Jahren gegen Neonazismus und andere Ausformungen der extremen Rechten aktiv. Letztes Jahr beteiligten wir uns bereits an einer Demonstration gegen Neonazismus in Stadt und Stadt. Aktueller Anlass für unsere heutige Aktion ist die massive und permanente Bedrohung einer Stadt Familie durch Neonazis. Hieran beteiligt ist auch einer Ihrer Nachbarn, über den wir hiermit aufklären möchten.

Name- Neonazi-Aktivist aus Stadt

Es geht uns um den xx-jährigen Name, wohnhaft in der Straße. Er ist Ihnen nicht bekannt? Uns schon, bereits seit vielen Jahren. Er wohnte früher in Stadt, zog dann für einige Jahre nach Stadt und später dann hier nach Stadt. Er war Aktivist der 1995 verbotenen Neonazi-Partei „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei“ (FAP) und der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN). Mitte der Neunziger war er in führender Funktion an der Gründung der „Kameradschaft Stadt“ beteiligt. Diese „Kameradschaft“ wurde schnell zu einer der aktivsten Gruppen der neonazistischen „Freien Kameradschaften“ in Bundesland. Name zählte von Beginn an zu ihren Hauptaktivisten. Er war es auch, der 1994 die Betreuung des frisch eingerichteten „Nationalen Infotelefon Rheinland“ (NIT Stadt) übernahm, einem telefonischen Informationsdienst der Neonazis mit bundesweiter Bedeutung. Sympathisant/inn/en konnten hier anrufen, um Informationen über anstehende Aufmärsche und andere Aktionen zu erfahren, aber auch wo Propagandamaterial erhältlich ist und wie Kontakt zu neonazistischen Gruppen aufgenommen werden kann. Viele rechte Jugendliche machten hiervon Gebrauch. Die Telefonnummer wurde über Aufkleber, Flugblätter etc. öffentlich verbreitet. Name gab 1997 die Betreuung des NIT an Name und später an den Name ab. Auch Name gehört zu den heutigen neonazistischen Akteuren im hiesigen Stadtbezirk. Name ist seit vielen Jahren auf allen möglichen Neonazi-Aufmärschen im gesamten Bundesgebiet anzutreffen. Auch in Stadt hat er an diversen Aktionen mitgewirkt, z.B. an der Organisation und Durchführung des Neonazi-Aufmarsches am 28. Oktober 2000 auf der Rheinuferpromenade (siehe Foto).

Die Situation in Stadt

Immer häufiger kommt es im Stadtbezirk zu Angriffen, Bedrohungen und Anpöbeleien. Hiervon sind neben so genannten „Ausländern“ auch Menschen betroffen, die den Neonazis als „links“, also „undeutsch“ gelten, Personen, die sich zum Beispiel gegen Neonazismus und antirassistisch engagieren. So gerieten immer wieder die Stadt „xy-Galerie“ und deren Inhaber vom Obdachlosen-Magazin „xy“ sowie eine Stadt Familie, die als linke KommunalpolitikerInnen bekannt sind, ins Visier der Neonazis. Bei letzterer ist es zwischenzeitlich zum Alltag geworden, dass Neonazis grölend vor der Haustür stehen, nachts versuchen, die gläserne Haustür einzuschlagen und auch ansonsten keine Gelegenheit ungenutzt lassen, um Mitglieder der Familie anzupöbeln und zu bedrohen. Oft sieht man Neonazis unweit der Wohnung der Familie in einer Kneipe auf der Straße sitzen. Hier ist häufig auch Name anzutreffen. Auf dem letztjährigen Straßenfest versuchten Neonazis, den Informationsstand des „Antifaschistischen Bündnisses Stadt“ zu attackieren, Material und ein Transparent zu entwenden. Beim erfolgreichen Versuch, das zu verhindern, wurde ein Mitglied der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN/BdA) leicht verletzt. Bis heute ist unklar, ob sich die Täter Name aus Stadt und der Name hierfür verantworten müssen. Beide sind einschlägig bekannt und schon häufig an Aktivitäten mit neonazistischem Hintergrund beteiligt gewesen. Eng verbandelt ist die lokale Szene mit mehreren extrem rechten Bands und deren Umfeld. Zu nennen sind hier insbesondere die RechtsRock-Formationen „xy“ um den Name, „XY“ um den Name sowie die Band „xy“ um Name, die im Postamt auf der Straße ein Postfach unterhält. Offenbar fühlen sich auch immer mehr rechte Jugendliche, aber auch ältere, nicht explizit als neonazistisch zu bezeichnende Personen von der hiesigen Clique angesprochen, gemeinsame Saufgelage und ähnliche Freizeitgestaltungen festigen den eher losen Kreis.

Faschismus ist keine Meinung…

Oftmals versucht die extreme Rechte ihre Freiräume über das Verharmlosen ihres Wirkens, über den Vorwurf der „Denunziation“ oder über das Scheinargument der „Meinungsfreiheit“ zu erhalten. Ausgerechnet (Neo)Nazis fordern „Meinungsfreiheit“… – ein mehr als durchsichtiges Ablenkungsmanöver. Wo sind denn die Millionen Menschen geblieben, die nicht in das Welt- und Menschenbild der Nationalsozialisten passten? Und wer hat denn unzählige Angriffe und Mordanschläge auf Migrant/inn/en, auf andersdenkende und anderslebende Menschen verübt?

Faschismus ist keine Meinung! Faschismus ist und bleibt ein Verbrechen!!

Wir sagen: Keinen Fußbreit den Faschisten! Faschistische Umtriebe müssen konsequent bekämpft und unterbunden werden. Überall und jederzeit!

Wir werden es nicht dulden, dass Neonazis ungestört wirken können oder gar Menschen hier im Stadtteil bedrohen und angreifen!

Machen auch Sie deutlich, dass Neonazis auch hier in Ihrem Stadtteil unerwünscht sind!

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6 Antworten zu “Dein Nachbar ist ein Nazi

  1. Schon seit einiger Zeit freue ich mich auf ein Wochenende in Osnabrück, um einen alten Freund zu treffen. Geplant waren eigentlich ausgedehnte Spaziergänge und Geschichte erleben. Das Osnabrücker Rathaus, das Schloss, Heger Tor, die Vitischanze, der Dom und einen Abstecher zum Hermmansdenkmal sollte eigentlich einige unserer Ziele sein.
    Doch nun erfahre ich nach dem Besuch der Homepage von Osnabrück, dass für das Wochenende Demonstrationen angekündigt sind. Die NPD möchte an die Hermmannsschlacht (Varusschlacht) erinnern, in der germanische Stämme die Weltmacht Rom erstmals in ihre Schranken verweisen konnte. Ein sehr spannendes Thema, welches mich in der Schule auch sehr faszinierte.
    Aber auch die Antifa hat eine Demostration unter dem Motto“ Naziaufmarsch verhindern! Nazis Wegrömern!“gegen die NPD geplant. Dazu kommt dann noch die Bürgerbewegung, die gegen die NPD demonstriert. Von der Seite der Bürgerbewegung mach ich mir eigentlich keine grossen Sorgen, aber wenn die Antifa aufmarschiert wird mir Angst und Bange. Auf Randale habe ich einfach keine Lust!
    Nun habe ich mir die Seiten der Kontrahenten mal genauer angeschaut und ständig wird von neben den üblichen Themen von Geschichtsverfälschung gesprochen. Da schreibt die Antifa auf ihrer Seite:“…Der Fürst der Cherusker und römische Offizier Arminius – dessen Namen die Nationalen zu Hermann eindeutschten – war nicht Anführer einer germanischen Befreiungsbewegung, sondern eines Verrats römischer Hilfstruppen. Es gab keine titanische Schlacht, in der deutsche Tugenden und deutscher Stahl die römischen Legionen niederwarfen.“
    Wie es gab keine Schlacht? Vielleicht sollte der Schreiberling der Antifa dazu mal die Berichte von Tacitus oder Cassius Dio lesen, aber vielleicht haben die sich die Geschichten der Schlacht(n) auch nur ausgedacht. Die Antifa ist da sicherlich besser informiert.
    Arminius war nur Anführer eines Verrats römischer Hilfstruppen? Arminius war kein Römer, sondern ein Fürst der Cherusker (germanischer Stamm), den man wahrscheinlich schon als Kind nach Rom verschleppt hat und welcher später germanische Stämme gegen das Römische Imperium einte und organisierte. Wer möchte kann dies nun als verrat gegen die Römer betrachten. In jedem Hollywood Klamauk sind doch eben solche Figuren immer die Helden (s. Der Gladiator), warum nicht auch Arminius?
    Die Nationalen haben Arminius zu Hermann eingedeutscht? Bevor die Römer Arminius verschleppt haben trug dieser einen germanischen Namen, wahrscheinlich Ermin-Meraz, oder die germanische Kurzform Armin. Arminius wurde er dann von den Römern genannt. Und die sogenannten Nationalen haben ihn nicht einfach eingedeutscht, sondern ihm einen Namen gegeben. Hermann war gleichbedeutend für einen großen Krieger.
    Weshalb schreibt die Antifa die Geschichte für uns neu? Warum macht die Antifa nicht einfach weiterhin das, was sie am besten kann: Demonstrieren – ohne eigentlich zu wissen warum-, Dosenbier saufen, randalieren und die Polizei mit Steinen bewerfen.

  2. julian Groß

    hitler is n muddaficker und ne peitsche

  3. Karl Eduard

    Ich finde es immer gut, wenn die GUTEN zu den Mitteln der BÖSEN greifen, um das BÖSE zu verhindern. Natürlich ist, wer BÖSE handelt auch BÖSE aber das begreifen die GUTEN BÖSEN einfach nicht, weil ihnen jeglicher moralischer Maßstab fehlt. Mit solchen Sachen geht es weiter und im GULAG oder vorm Erschiessungskommando endet es, denn natürlich würde das BÖSE immer weitermachen, wenn ihm die GUTEN nicht konsequent das Haupt abschlagen. Und hat man einmal damit angefangen, die BÖSEN zu identifizieren und zur verantwortung zu ziehen, kann man nicht mehr damit aufhören.

    Der mechanismus ist im Archipel GULAG wunderbar dargestellt.

  4. selberallein

    Zitat:
    hitler is n muddaficker und ne peitsche

    Nur um sicherzugehen,julian Groß,

    Du meinst Adolf Hitler, den Anstreicher?

    Wer hätte das gedacht, wir sind entsetzt, das sollte man einer grösseren Öffentlichkeit zugänglich machen, ich hoffe, Du kannst noch weitere bisher geheime Infos beisteuern.

    Ich dachte bisher, der hätte mit seinen Nazihorden nur Europa zu Klump gehauen, aber das mit der Mudda?

    Du hast Recht, hütet Euch vor Peitschen.

  5. Karl Eduard

    Das mit dem wegrömern ist natürlich gut. vor allem, wenn man bedenkt, wie rigoros die mit Aufrührern umgegangen sind. Zwei römische Bürger im Ausland ermordet? Eine Legion hingeschickt und vom Stamm, der das Verbrechen begangen hat, hat man keine Spuren mehr gefunden. Die hatten zum wegrömern keine Gelegenheit mehr. Und heute würden links oder rechts der Autobahnen Kreuze stehen und jammernde Autonome daran hängen, die die Standbilder des Kaisers schändeten. Wie gesagt, sehr lustig.

  6. Warum soviel WERT auf Nicht-Friedlich/Nicht-Sozial/Nicht-Ehrlich legen – sowohl RECHTS als auch LINKS?

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