Christa Wolf, die Stasi und die besondere Kunst der Realitätsverdrängung

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9 Antworten zu “Christa Wolf, die Stasi und die besondere Kunst der Realitätsverdrängung

  1. Ausgezeichneter Beitrag! Danke! Wirklich komisch, dass plötzlich alle Gedächtnisschwund haben…

  2. vitzliputzli

    3 SAT …

    lol, ich gucke da öfter kulturzeit, aber fast immer mit abgedrehtem ton. diesen extremen linksfunk kann man nur mit absolut schalldichten ohrenstöpseln ertragen. vielleicht mag ich auch diese lustig ernsthaft-angestrengten gesichter dieser lächerlichen augureninnen.

    warum ich die überhaupt einschalte? gute frage!

    vielleicht warte ich darauf, daß da irgendwann mal neue moderatoreninnen abseits des dumpfen stammtischlinksgequatsches erscheinen…..

    vielleicht mag ich auch einfach nur dieses belanglose flimmern im hintergrund, während ich auf PI und F&F lese ….und natürlich hier und bei karl eduard….:-D

  3. quadraturacirculi

    @Vitzliputzli

    Du bist also nicht stark genug ;).

    Das Interview ist die Härte. Wie kann man sich Journalist nennen und dann nicht einharken und weiterfragen.

  4. Äh – … !
    Wer sind Sie überhaupt … ?
    Und was wollen Sie von mir… ?
    wie heiße ich eigentlich und
    was mache ich hier???

  5. Karl Eduard

    Das war 9 Jahre nach Gründung der DDR. Nun muss man wissen, man kann es oder vielleicht auch nicht, vielleicht genügt auch, einfach so darüber zu urteilen, völlig schwerelos und über allem schwebend, dass die Partei- und Staatsführung der DDR mit einem Ziel angetreten war, dass sie lauthals propagierte.

    Nie wieder Krieg und Faschismus.

    Der Krieg, so wurde gelehrt, wie auch heute in der BRD, wurde entfesselt vom Großkapital, das neue Absatzmärkte und Rohstoffquellen suchte und von den preussischen Junkern, die Land wollten und Arbeitssklaven. Und es sollte ein völlig neues Gesellschaftssystem entstehen, mit der Vision von freien Menschen, frei von Ausbeutung. So, wie es auch alle Parteien heute propagieren, einschliesslich der CDU. Dazu mussten natürlich Schutz und Sicherheitsorgane eingesetzt werden, denn viele Enteignete waren sauer auf den Arbeiter- und Bauernstaat und auch die wohlhabenderen Bauern steckten ihre Höfe lieber an, als sie den Habenichtsen in die Hände fallen zu lassen. Das waren alles Taten, die den neuen Staat schädigten, so wie heute Leute versuchen, ihr Geld dem Staat durch Steuerflucht zu entziehen. Das gehörte bekämpft und verhindert. Und so, wie heute rührige Geheimdienstler die Daten von Leuten kaufen, die ihr Erarbeitetes nach Liechtenstein geflüchtet haben, so hat auch die Staatssicherheit für das Wohl des Arbeiter- und Bauernstaates gehandelt. Und wer hätte sich verweigert, wären die Genossen gekommen und hätten gefragt, „und Du, Genossin Christa, willst Du nicht etwas für den Frieden tun?“

    Ich? Du? Er, sie es?

    Ich glaube kaum.

  6. quadraturacirculi

    @ Karl

    Ich gebe Dir da nur bedingt recht und kenne als Ossi die Abläufe.

    Vordergründig geht es in dem Artikel aber um die Verdrängung bzw. das sich nicht erinnern können. Bei Wolf ist wohl bekannt, dass ihre 3 Berichte, die sie wohl verfasst hat, an Belanglosigkeit nicht zu überbieten waren. Ganz anders, als bei der potentiellen neuen Ministerin in Brandenburg.

  7. Karl Eduard

    Ja, dennoch. 🙂 Wer sich zum sozialistischen Staat bekannte, hat in der Staatssicherheit nichts Negatives gesehen. Natürlich gibt es Menschen, die leben in kritischen Elternhäusern oder Elternhäusern, die generell am Staat mäkeln, wer aber aufgewachsen ist, in der segensreichen sozialistischen Erziehung, die geprägt war vom Kampf gegen den Imperialismus und die Ausbeutung, für Völkerverständigung und Befreiung der Menschheit, der sah in der Staatssicherheit ein notwendiges Mittel, der DDR den Klassenfeind vom Leibe zu halten.

    Heute nun, wissen wir es freilich besser und würden es zum Beispiel nie gutheissen, würden geheimdienstliche Mittel eingesetzt, um dem Bürger sein Erarbeitetes oder Eigentum zu nehmen. Ausser, die Regierung, die so etwas veranlasst, wurde demokratisch gewählt.

    Aber Du hast Recht. Das Vergessen macht schon gewaltige Fortschritte. Wenn ich vor den Kollegen stand, weil es sich nicht vermeiden liess, dann hetzten meine Gedanken in der Hirnschale hin und her und ich suchte krampfhaft nach Schandtaten, die ich begangen und die mir vielleicht entfallen waren. Kein schönes Gefühl.

  8. quadraturacirculi

    In meinem Elternhaus, das nicht unbedingt systemkritisch war, war Stasi verpönt. Genauso im Verwandten- und Bekanntenkreis, wobei man hier -bekanntlich- nicht die Hand ins Feuer legen sollte.

    Wahrscheinlich habe ich auch durch den Fluch der späten Geburt 😉 die Zeit des Zusammenbruchs bewußter erlebt, als die Zeit der „Blüte der sozialistischen Hochkultur“.

    Worin ich Dir natürlich recht gebe ist, dass man die Gesellschaft als „so ntürlich gegeben und richtig“ nimmt, wie man sie vorfindet. Dies rechtfertigt (besseres Wort fällt mir nicht ein) jedoch nur die Reingeborenen. CW hat den Krieg erlebt, den Bau der Mauer etc., wie konnte sie dann davon ausgehen, dass es richtig ist, was da vor sich geht.

  9. Karl Eduard

    Ich will damit nur sagen, dass es nach dem Krieg eine ungeheure Euphorie gab, etwas Neues zu schaffen, etwas ganz Anderes und dass es nicht so einfach ist, wie es sich heute immer darstellt. Wir wissen heute was damals falsch war und wie sich die Leute hätten verhalten müssen. Oder was sie hätten denken müssen. Wir wissen ja auch, wie wir uns damals verhalten hätten oder noch früher und deshalb können wir selbstbewusst urteilen. Und natürlich ist die Amnesie falsch. Aber wer erinnert sich gerne an seine dunklen Stunden?

    Die werden vergessen.

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